Ein vermeintlich unlösbares Problem

29.03.2018 - Lara Kristin Zeitel

Kiltz Ob die heute eingesetzten Verfahren zur Datenübertragung wirklich sicher sind, erforscht Eike Kiltz vom Lehrstuhl für Kryptologie und IT-Sicherheit des Horst Görtz Instituts (HGI). Stellen sich jedoch die Fragen: Kann man mathematisch beweisen, dass die in modernen Webbrowsern eingesetzten Verschlüsselungsverfahren zur sicheren Datenübertragung wirklich sicher sind? Können wir zeigen, dass man zum Entschlüsseln der Daten selbst mit dem schnellsten Computer mehrere Milliarden Jahre benötigen würde? Nach dem heutigen Stand der Forschung: leider nein. Ein solcher Beweis hätte dramatische Konsequenzen zur Folge. Er würde nämlich das berühmte P-NP-Problem lösen, welches auf der Liste der sieben ungelösten Probleme der Mathematik steht, die das Clay Mathematics Institute im Jahr 2000 veröffentlicht hat. Das Institut hat für die Lösung eines dieser Probleme ein Preisgeld von jeweils einer Million US-Dollar ausgelobt. Solange das P-NP-Problem nicht gelöst ist, führt man die Sicherheit der Verschlüsselungsverfahren auf die Schwierigkeit des Lösens eines gut verstandenen mathematischen Rätsels zurück. Man beweist zum Beispiel, dass das Entschlüsseln der Daten mindestens so schwierig ist wie das Zerlegen einer großen Zahl in ihre Primfaktoren. Weitere Infos zum Thema gibt es im Newsportal der RUB unter http://news.rub.de/wissenschaft/2018-03-28-mathematik-ein-vermeintlich-unloesbares-problem. (Foto: RUB/Gorczany)