RUB – Alter Fischmarkt im Elektromobil

23.08.2013 - Meike Klinck

hamburga Wie meistern unterschiedliche Elektrofahrzeuge die Langstrecke? Dieser Frage widmen sich Forscherinnen und Forscher im Rahmen des Projekts "Alttagstauglichkeit von Elektromobilität - Langstreckeneignung und -akzeptanz". Anfang dieser Woche machten sie mit einem Opel Ampera und einem Mitsubishi iMiEV eine Testfahrt nach Hamburg. Einmal RUB – Alter Fischmarkt: Mit einer beinah lautlosen Reisegeschwindigkeit von Tempo 95 eine gute Route für den direkten Vergleich! weiterlesen

Zu viert machten sie sich auf den Weg, mit dabei waren neben Prof. Constantinos Sourkounis auch Nora Becker und Alexander Broy, die am Lehrstuhl promovieren sowie die Studentin Katharina Günther. Erklärtes Ziel war es, die Leistungen eines Elektrofahrzeugs mit Range Extender (Opel Ampera) und die eines schnellladefähigen Elektrofahrzeugs (Mitsubishi iMiEV) ganz praktisch gegenüberzustellen. Ihr Interesse galt neben dem Energieverbrauch und der Fahrzeit weiteren Aspekten: „Wir haben auch die Ladestellensuche und deren Zugänglichkeit, den Abstand der Ladestellen in Abhängigkeit von der Reichweite des Elektrofahrzeugs und die Routenplanung untersucht“, so Nora Becker.

Konstant Tempo 95 km/h

hamburgc Auf freier Strecke fuhren die Fahrzeuge konstant zwischen 90 bis 95 Stundenkilometern, um beide Technologien miteinander vergleichen zu können. Das Forscherteam im Opel Ampera brauchte rund vier Stunden für die 350 Kilometer. Das Team mit dem Mitsubishi benötigte siebeneinhalb Stunden, geplant waren 90 Minuten weniger. „Eine defekte Ladesäule auf der Route verzögerte unser Fortkommen“, sagt Alexander Broy. „Statt der (DC-) Schnellladung konnten wir nur über einen AC-Anschluss gewohnt langsam die notwendige Energie tanken.“ Hinzu kamen bei beiden Teams Wartezeiten im Stau und Pausen.

Entspannte Stimmung

hamburgb „Trotz unvorhergesehener Ereignisse war die Stimmung bei beiden Teams sehr entspannt“, berichtet Katharina Günther rückblickend. Dies sei bei "Team Ampera" sicherlich auch dem Wissen zu verdanken, dass dank des zusätzlichen Verbrennungsmotors keine Reichweitenüberlegungen notwendig sind. Pausen zum „Beine-Vertreten“ hätten sie trotzdem eingelegt. "Team iMiev" genoss die Fahrt aus anderen Gründen: Drei rund 40-minütige Ladepausen und die vom iMiev vorgegebene, energetisch sinnvolle Reisegeschwindigkeit von 90 Kilometern pro Stunde ermöglichten ein relativ relaxtes Fahren und Ankommen.

Also sind beide E-Fahrzeuge langstreckenfähig?

„Es hat sich herausgestellt, dass beide Konzepte langstreckentauglich sind und die Strecke sicher von Bochum nach Hamburg bewältigen“, so Prof. Sourkounis. Allerdings komme es auf die individuellen Ansprüche an: Spiele also der Zeitfaktor bei der Reise eine wichtige Rolle, sei es sicherlich sinnvoller, das Fahrzeug mit Range Extender zu nutzen. Wer aber emissionsarm oder sogar emissionsfrei aus dem Pott an die Elbe fahren wolle, sei auch mit einem reinen Elektroauto gut versorgt. Eine schon vorher auf die noch eingeschränkte Ladeinfrastruktur abgestimmte Routenplanung sei aber in jedem Fall empfehlenswert!

Weitere Informationen
Prof. Dr.-Ing. Constantinos Sourkounis
Dipl.-Ing. Nora Becker
Fon: 0234 32-23956

Tags: Constantinos Sourkounis, Elektromobilität, Langstrecke