­Berufsaussichten

Der Bedarf an Ingenieuren im mittleren und höheren Management wird fast ausschließlich mit Hochschulabsolventen gedeckt, da hier Fertigkeiten gefragt sind, die in erster Linie ein Universitätsstudium vermittelt: Selbstständiges Arbeiten, analytisches Denken, Abstraktionsvermögen und Entscheidungsfreude.

Und selbst wenn es einen nicht unbedingt in die oberen Etagen zieht, hat man mit einem Universitätsabschluss die besseren Karten. Schließlich erleichtern die breite fachliche Basis und die handfesten Erfahrungen im Entwicklungs- und Forschungsbereich den schnellen und sicheren Einstieg in neue Arbeitsfelder. Vor allem bei "jungen" Unternehmen sind eine Reihe nichttechnischer Kompetenzen äußerst gefragt, deren Bedeutung in Zukunft weiter steigen wird.

Stellenmarkt in Schwung

Ingenieurinnen und Ingenieure können entspannt in die Zukunft blicken. Mit etwa drei Prozent liegt die Arbeitslosenrate von Absolventen der Ingenieurwissenschaften unter der von Ärzten, schon kurz nach dem Masterabschluss stehen die allermeisten fest im Berufsleben. Ein Blick auf den Arbeitsmarkt zeigt in allen ingenieurwissenschaftlichen Bereichen erfreuliche Tendenzen für zukünftige Berufseinsteiger. Experten verweisen auf einen eklatanten Mangel an Ingenieuren. Die Folge: Firmen konkurrieren verstärkt um qualifizierten Nachwuchs und umwerben die Studierenden schon während ihres Studiums.

Insgesamt sind das positive Entwicklungen für heutige Studienanfänger. Eine ausgeglichene Altersstruktur der Ingenieure sowie gleich bleibende Absolventenzahlen tragen ihrerseits zu einer entspannten Marktlage bei. All jenen, die sich nicht unbedingt auf Vorhersagen verlassen wollen, sei schließlich ans Herz gelegt: Ein antizyklisches Verhalten bei der Studienwahl hat sich oft bewährt. Niedrige Studienanfängerzahlen wie heute bedeuten automatisch steigende Chancen für Absolventen in vier bis sechs Jahren.

Wirkungsfeld aussuchen

Absolventen der Studiengänge Elektrotechnik und Informationstechnik können sich das Wirkungsfeld aussuchen, das ihren persönlichen Neigungen und Fähigkeiten entspricht. Dabei sind neben einer hohen technischen Qualifikation heute überall "Schlüsselqualifikationen" gefragt wie zum Beispiel betriebswirtschaftliches Denken und Handeln, Teamfähigkeit und Fremdsprachenkenntnisse, die in den nichttechnischen Fächern erworben werden.

Weitere Informationen bei der Suche nach den aktuellen Arbeitsmarkt-Zahlen unter http://www.ei.rub.de/studium/etit/faq: „Wo kann ich mich über die aktuelle Arbeitsmarktsituation informieren?“

Vom Mikrochip zum High-Tech-System

Die vielseitigen Gebiete der Elektrotechnik und Informationstechnik reichen von der effizienten, umweltschonenden Erzeugung, Übertragung und Umwandlung elektrischer Energie über elektronische Bauelemente und integrierte Schaltungen zur Verarbeitung und Speicherung von Information bis zur glasfasergebundenen, mobilen oder satellitengestützten Kommunikation. Unsere moderne Gesellschaft wird geprägt von Neuerungen in der Antriebstechnik, der Medizintechnik, dem Einsatz von Robotern zur Automatisierung industrieller Produktionsprozesse sowie intelligenter Regelungs- und Messtechnik. Innovative Systeme, leistungsoptimierte Komponenten und komplexe, zuverlässige Software aus den Labors der Elektrotechnik und Informationstechnik haben die rasante Entwicklung zur Informationsgesellschaft von heute ermöglicht.

Arbeitsgebiete

Entwicklung, Herstellung und Vertrieb sowie der Betrieb dieser Geräte und Anlagen bieten vielfältige Arbeitsgebiete für Elektrotechniker und Informationstechniker:

Forschung und Entwicklung

Hervorragende theoretische Fachkenntnisse, Kreativität und exakte Arbeitsweise zeichnen Forschungs- und Entwicklungsingenieure aus. Sie schaffen die Grundlagen für neue Verfahren und Produkte.

Fertigung und Qualitätskontrolle

Der Fertigungsingenieur plant und überwacht den wirtschaftlichen Fertigungsablauf in der Produktion. Vor Auslieferung testen die Prüffeldingenieure das Produkt auf seine Zuverlässigkeit.

Projektierung und Montage

Größere Anlagen und Systeme werden den Anforderungen der Kunden entsprechend "maßgeschneider". In enger Abstimmung mit dem Auftraggeber entwickeln Projektierungsingenieure die optimale Lösung. Die anschließende Realisierung des Projekts ist Aufgabe der Montageingenieure, die die jeweiligen Komponenten beim Kunden installieren und in Betrieb nehmen.

Betrieb und Wartung

Komplexe technische Anlagen erfordern hochqualifiziertes Betriebs- und Wartungspersonal. Das ist ein weites Aufgabenfeld für Ingenieure, die nicht allein die reibungslose Funktion des jeweiligen Systems gewährleisten, sondern auch maximale Effizienz in wirtschaftlicher wie ökologischer Hinsicht verantworten.

Vertrieb

Im direkten Kontakt mit Kunden sind kaufmännisches Denken, Verhandlungsgeschick und Einfühlungsvermögen gefragt. Unverzichtbare Voraussetzung für den Erfolg des Vertriebsingenieurs sind detaillierte Sachkenntnisse sowie ein breites technisches Wissen.

Unternehmer

Immer mehr Ingenieure der Elektrotechnik und Informationstechnik entscheiden sich - zumeist nach einigen "Lehrjahren" in größeren Industrieunternehmen - für die Selbstständigkeit. Beratenden Ingenieuren bieten sich reizvolle Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt. Neben Willensstärke, Entscheidungsfreude und Sinn für wirtschaftliche Zusammenhänge bildet auch hier das fachspezifische Know-how die unabdingbare Voraussetzung für den Erfolg.