Inhalte und S­tudium

Warum Elektrotechnik und Informationstechnik studieren?

Das Studium Elektrotechnik und Informationstechnik integriert zwei Wissensgebiete, die in der Praxis schon lan­ge nicht mehr zu trennen sind: Elektrotechnische Kenntnisse sind notwendig, um Materialien, Bau­e­le­men­te, Schaltungen, Geräte und Anlagen zu verstehen, weiterentwickeln und produzieren zu können. Die In­for­ma­tions­tech­nik nutzt diese Elemente, um die moderne Informationsgesellschaft zu vernetzen und die ge­sam­mel­ten Informationen in vielfältiger Weise zu nutzen. Wer in beiden Gebieten zu Hause ist, hat nicht nur in beiden Gebieten hervorragende Berufschancen, sondern kann darüber hinaus in interdisziplinären Teams den Ton angeben.

Was ist Elektrotechnik?

Elektronische Geräte beruhen heute auf hochintegrierten mikroelektronischen Schaltungen und Bau­e­le­men­ten. Wer das Innenleben von miniaturisierten Sensoren für die Auslösung eines Airbags, die Schal­tun­gen zur Steuerung eines Antiblockiersystems oder die Realisierung von Mikrorechnern mitgestalten will, braucht gute Kenntnisse auf dem Gebiet der elektronischen Materialien, Bauelemente und Schaltungen.

Andererseits befasst sich die Elektrotechnik mit der ökonomischen Wandlung von elektrischer Energie in Licht oder dem Antrieb des neuen ICE. Um die dabei verwendeten Prinzipien verstehen und wei­ter­ent­wickeln zu können, muss man elektrische und magnetische Felder berechnen und leistungselektronische Schal­tun­gen entwerfen können.

Viel davon lernt man in den Fächern des Blocks "Elektrotechnik/Elektronik" des Bachelorstudiums.

Was ist Informationstechnik?

Die Informationstechnik beschäftigt sich mit der Gewinnung, Übertragung, Verarbeitung und Nutzung von In­for­ma­tio­nen. Sehr viele Gebiete sind heute durch informationstechnische Methoden bestimmt. Das der­zeit populärste Produkt ist das Handy, das Informationen codiert, überträgt und wieder decodiert, so dass man von überall aus mit anderen Menschen in Informationsaustausch treten kann.

Auch die Speicherung von Tönen oder Bildern auf DVDs wären ohne eine ausgeklügelte Codierung un­mög­lich. Für das Internet liefert die In­for­ma­tions­tech­nik sichere Datenübertragungsmethoden. Aber In­for­ma­tio­nen werden nicht nur übertragen und angezeigt, sondern auch für vielfältige Aufgaben eingesetzt. Sie er­­mög­­li­chen es beispielsweise, dass Roboter ohne Eingriff eines Menschen Autoteile stanzen, schweißen und lackieren.

Wer Informationstechnik studiert, kann an der Entwicklung, Herstellung und dem Vertrieb dieser und viel­fäl­ti­ger anderer Produkte mitwirken oder neue Methoden der Informationsübertragung und -verarbeitung er­for­schen.

Die Grundlagen der Informationstechnik werden im Block „Informationstechnik“ des Bachelorstudiums ge­lehrt.

Wie ist das Studium aufgebaut?

Das Studium besteht aus zwei aufeinander folgenden Studiengängen. Das sind

  • der Bachelorstudiengang mit sechs Semestern Regelstudienzeit und
  • der Masterstudiengang mit vier Semestern Regelstudienzeit.

Der Bachelorstudiengang endet mit der Verleihung des akademischen Grades „Bachelor of Science“, der Masterstudiengang mit dem akademischen Grad „Master of Science“.

Warum gibt es kein Diplom mehr?

Auf Beschluss der Bildungsminister der EU werden zukünftig in allen europäischen Ländern die beiden in­ter­na­tio­nal geläufigen akademische Grade „Bachelor“ und „Master“ vergeben. Der „Master of Science“ ent­spricht in Umfang und Niveau dem bisher in Deutschland vergebenen Titel „Diplom-Ingenieur“.

Was ist der Unterschied zwischen dem Studium an einer Universität und dem Studium an einer Fachhochschule?

Sowohl Universitäten als auch Fachhochschulen bieten Bachelor- und Masterstudiengänge im Bereich Elek­tro­tech­nik und Informationstechnik an. Nachfolgend sind die wichtigsten Unterschiede aufgelistet.

  1. Die Eingangsvoraussetzungen für Bachelorstudiengänge unterscheiden sich. Die allgemeine Hoch­schulzugangsberechtigung (Abitur) berechtigt zum universitären Studium. Um ein Studium an einer Fachhochschule zu beginnen, reicht der Nachweis der Fachhochschulreife.
  2. Studiengänge an Universitäten haben einen starken Forschungsbezug. Hier wird die Fähigkeit ver­mittelt, sich dem „Warum“ zu nähern. Das heißt, dass auf diesem Weg Ingenieure aus­ge­bil­det werden, die in der Lage sind, die in der Praxis angewandten Methoden analytisch zu hin­ter­fra­gen. Nur so lassen sich Forschungs- und Entwicklungsprozesse konstant vorantreiben.
  3. Studiengänge an Fachhochschulen haben einen hohen Anwendungsbezug. Hier stehen Me­tho­den und Verfahren auf dem Stundenplan, die unmittelbar in der Praxis eingesetzt werden. Hier wer­den Ingenieure ausgebildet, die bereits vorhandene Verfahren sicher und effizient anwenden können.
  4. Sowohl an Universitäten als auch an Fachhochschulen sind die Studiengänge praxisorientiert. Beide Ausbildungskonzepte zielen auf den in der Praxis erfolgreichen Ingenieur.
  5. Erfolgreich absolvierte Masterstudiengänge an Universitäten sind die Regelvoraussetzung für eine Promotion.
  6. Die Unterschiede drücken sich am Ende eines Studiums auch formal im Abschlussgrad aus. Während Fachhochschulen typischerweise die Titel „Bachelor of Engineering“ und „Master of Engineering“ vergeben, werden an Universitäten typischerweise die Titel „Bachelor of Science“ und „Master of Science“ verliehen.

Weitere Informationen unter http://www.4ING.net im Flyer „Ingenieur-Wissenschaften oder Informatik stu­die­ren – aber wo? Entscheidungshilfe für Abiturienten“. Der Dachverein „Fakultätentage der In­genieur­wis­sen­schaf­ten und Informatik an Universitäten“, kurz 4ING, vertritt 130 Fakultäten, Fachbereiche und Ab­tei­lun­gen an Universitäten, Technischen Universitäten und Hochschulen in Deutschland.

Was ist der Inhalt des Bachelorstudiengangs?

Elektrotechnik und Informationstechnik bilden eine solide Basis im Bachelorstudium, die durch Com­pu­ter­wis­sen­schaf­ten sowie Grundlagenfächer (Mathematik, Physik) ergänzt wird. Nichttechnische Fächer ver­mit­teln die für die spätere Berufstätigkeit erforderlichen „Soft Skills“. Wer alle Prüfungen bestanden hat, erhält den Bachelor-Abschluss in Elektrotechnik und Informationstechnik.

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Elektrotechnik / Elektronik
Fächer, die sich mit physikalischen und technischen Prozessen in Materialien der Elektronik und den damit gefertigten Bauelementen und Schaltungen beschäftigen und damit die Grundlagen für die Analyse und den Entwurf elektronischer Geräte legen.
Informationstechnik
Fächer, die systemtheoretische Methoden für die Analyse und den Entwurf informationsverarbeitender Systeme vermitteln.
Computer­wissenschaften
Fächer, die die Funktionsweise und den Einsatz digitaler Rechner betreffen und dabei vor allem auf den Aufbau und die Programmierung von Rechnern mit modernen Methoden des Software-Engineering eingehen.
Grundlagenfächer
Behandlung wichtiger Kenntnisse aus den Gebieten Mathematik und Physik, sowie (wahlweise) Chemie und Konstruktionslehre.
Vertiefungsstudium
Fächer zur Vertiefung der Kenntnisse entweder im Bereich Elektronik oder im Bereich Informationstechnik
Wahlfächer und praktische Fächer
Vermittlung von "Soft Skills" wie Projektmanagement, Patentrecht, technisches Englisch oder Präsentationstechniken nach Wahl.

Wie ist der Bachelorstudiengang konkret aufgebaut?

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über das Bachelorstudium. studienverlaufbacheloretit

Der Studienverlaufsplan ETIT als Download

Wie ist der Masterstudiengang aufgebaut?

Das Masterstudium wird durch einen der nachfolgenden Studienschwerpunkte bestimmt. Sie sind in­ter­dis­zi­pli­när aus aktuellen Forschungs- und Anwendungsbereichen der Elektrotechnik und Informationstechnik zusammengesetzt.

  • Automatisierungstechnik
  • Computer- und Softwaretechnik
  • Energietechnik
  • Kommunikationstechnik
  • Medizintechnik
  • Mikro- und Nanoelektronik
  • Plasmatechnik

Das Masterstudium endet mit der sechsmonatigen Masterarbeit. Wer alle Prüfungen bestanden hat, erhält den Master-Abschluss in Elektrotechnik und Informationstechnik.

Gibt es die Möglichkeit, einen Teil des Studiums im Ausland zu absolvieren?

Ja. Für die internationale Perspektive sorgen Auslandssemester an einer der Partnerhochschulen, zum Bei­spiel im europäischen ERASMUS-Programm. In Kooperation mit dem Akademischen Auslandsamt der RUB unterstützt die Fakultät ihre Studierenden bei den ersten Schritten zum Auslandsaufenthalt auch weit über die Grenzen der EU hinaus.

Kann ich nach Abschluss des ETIT-Studiengangs promovieren?

Ja. Da es sich um ein reguläres Studium an einer wissenschaftlichen Hochschule handelt, befähigt der Ab­schluss selbstverständlich auch zur Promotion. Die Promotion kann an einem der Lehrstühle unserer Fa­kul­tät durchgeführt werden. Der Abschluss befähigt aber auch zur Promotion an jedem anderen Lehrstuhl der Ruhr-Universität und allen anderen Elektrotechnik- und Informatik-Fakultäten in Deutschland.

­Anmeldung und Voraussetzungen

Wie kann ich mich für einen Bachelor-Studienplatz an der Fakultät anmelden?

Für alle Bachelorstudiengänge der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik gibt es seit Win­ter­se­mester 2011/2012 einen lokalen Numerus clausus (NC). Die Online-Bewerbung um einen Studienplatz er­folgt beim Studierendensekretariat der Ruhr-Universität Bochum.

Aktuelle Bewerbungsfristen entnehmen Sie bitte dem Studierendensekretariat der RUB unter http://www.ruhr-uni-bochum.de/studierendensekretariat/studium/fristen.html.de


Wie kann ich mich für einen Master-Studienplatz an der Fakultät anmelden?

Seit dem WS 2015/2016 gibt es für alle Master-Studiengänge einen lokaler NC. Das Bewerbungs- und Zu­las­sungs­ver­fah­ren erfolgt in mehreren Schritten, die in einem Leitfaden für Sie zusammengestellt wurden. Den Leitfaden und weitere Informationen über die Voraussetzungen und zum Bewerbungsverfahren finden Sie unter https://www.ei.rub.de/studium/vor-dem-studium/master/.

­Was muss ich mitbringen, um das Studium erfolgreich zu absolvieren?

Das Studium der Elektrotechnik und Informationstechnik ist anspruchsvoll und erfordert außer einem Faible für Mathematik und Physik vor allem Interesse an der systematischen Lösung komplexer technischer Fra­gen, Leistungsbereitschaft, wissenschaftliche Neugier und Freude am logischen Denken – wer hier seine Stärken sieht, wird sich im Studium und im späteren Berufsleben wohl fühlen. Alle, die an mathematisch-naturwissenschaftlichen Schulfächern Freude hatten, bringen eine wichtige Voraussetzung für das Studium mit. Gute Grundkurs-Kenntnisse reichen völlig aus, denn alle erforderlichen Kenntnisse werden in den er­sten Semestern vermittelt. Da es sich um ein reguläres Universitätsstudium handelt, wir die Allgemeine Hoch­schul­rei­fe vorausgesetzt. Die Allgemeine Hochschulreife erhält man mit dem Abitur oder einem Bachelor- oder Fachhochschulabschluss. Die Fachhochschulreife reicht hier, wie in allen Universitäten Deutschlands, nicht als Zugangsvoraussetzung aus.

­Wie sind die Prüfungen organisiert?

Jedes Fach schließt mit einer Prüfung ab, wobei allerdings zwischen einer "richtigen" Prüfung und einem Leistungsnachweis unterschieden wird. Um letzteren zu bekommen, muss man lediglich zeigen, dass man die Grundidee des betreffenden Faches verstanden hat. Hier gibt es keine Note. Die anderen Prüfungen im Bachelorstudium werden in Form von Klausurarbeiten angeboten, bei denen wie im Gymnasium mehrere Aufgaben zu lösen sind. Im Masterstudium gibt es häufiger mündliche Prüfungen.

Die Prüfungsleistungen werden nach einem Punktesystem verrechnet. Dabei bilden mehrere Lehr­ver­an­stal­tun­gen ein Modul, das insgesamt bestanden werden muss. Dadurch können die Studierenden schlech­te­re Leistungen in einem Fach durch bessere Leistungen in einem anderen Fach kompensieren.

Beratung

­Wer hilft mir beim Studieren?

Bei allen Fragen rund ums Studium berät Sie gerne der Studienfachberater unter

Weitere Informationen

­Wo kann ich Vorlesungsunterlagen und Skripte bekommen?

Detaillierte Informationen zu aktuellen Vorlesungen, Seminaren und Vortragsreihen finden Sie unter

Um Vorlesungsunterlagen und Skripte zu erhalten, wenden Sie sich bitte an die Fachschaft der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik. Dort können Sie die benötigten Materialien erwerben.

Zudem gibt es einen Service für Bachelor-Studierende: So genannte Erstsemesterpakete, finanziert aus Studiengebühren, versorgen die Studie­renden mit allen notwendigen Skripten.

­Wo kann ich mich über die aktuelle Arbeitsmarktsituation informieren?

Wer sich einen eigenen Eindruck der aktuellen Arbeitsmarktsituation machen möchte, sei der monatlich er­schei­nen­de „Ingenieurmonitor“ empfohlen. Die Zusammenstellung wird vom Verein Deutscher Ingenieure, kurz VDI, in Kooperation mit dem Institut der deutschen Wirtschaft in Köln erstellt. Der „Ingenieurmonitor“ liefert monatlich umfangreiche Daten und Fakten zum Ingenieurarbeitsmarkt und wirft jeweils ein Schlag­licht auf ein Bundesland oder eine Region. Betrachtet werden sowohl das gesamtwirtschaftliche Stel­len­an­ge­bot im Ingenieursegment, Arbeitslosenzahlen und Fachkräftelücken als auch der Vergleich zum Vor­mo­nat. Außerdem fokussiert der Ingenieurmonitor in einer Region den Ingenieurarbeitsmarkt und zeigt die Ent­wick­lun­gen über die letzten neun Jahre auf.

Der „Ingenieurmonitor“ als Download unter http://www.vdi.de/41790.0.html